Tag 3 - Freitag, 29. April 2005
 

 
 
Bild 1 (links): Routemap für Tag 3. - Bild 2 (Mitte): Ovoo an der Ausfallstraße Richtung Süden. - Bild 3 (rechts): Wasserfassen in Bayan-Onjuul.
 
Für 09:00 Uhr ist die Abfahrt in den - hoffentlich wärmeren - Süden der Mongolei angesetzt. Es wird 11:00 Uhr, und von unseren Fahrzeugen ist immer noch keines in Sicht. Wir sind in der Mongolei. Hier gibt es nun mal ein anderes Zeitgefühl. Was sind hier schon auf die Minute genau Termine.

Um 11:30 Uhr ist unser Gepäck dann doch verladen uns es geht endlich Richtung Süden - Richtung Gobi. Am Flughafen Tankstopp. Der Liter Benzin nach deutschen Verhältnissen billig: 590 Tugrig* je Liter. Dafür kann man auch keine hohe Oktanzahl erwarten. Diesel ist teurer.

An der Ausfallstraße Richtung Süden der erste Eindruck mongolischer Gepflogenheiten. Auf der Passhöhe ein Ovoo. Jeep-Fahrer Amgaa lässt es sich nicht nehmen eine Gebetsfahne darauf zu befestigen. Kurze Zeit später Abschied von asphaltierten Straßen für fast den Rest unserer Reise.

Ab jetzt geht stundenlang durch weite Steppen. In der Entfernung Gazellenherden. Vorbei an alten Steingräbern. Geier sitzen an Kadavern am Wegrand. Eine Abwechslung bietet Bayan-Onjuul. Hier legen wir einen kurzen Stopp zum Wasserfassen ein. Wo sind Amgaa und Minjin mit dem Jeep? Vorausgefahren heißt es.

Nach Bayan-Onjuul geht es an einem kleinen Granitmassiv vorbei. Stopp zum Fotografieren und Kaffeetrinken. Fantastische Gleitflächen am Berghang. Daneben runde Verwitterungsformen. Am Fuße des Massivs lassen sich einzelne dünne Quarzgänge im Boden verfolgen. Die Steinhaufen vor dem Massiv entpuppen sich als Grabhügel, viereckig mit einer Steinreihe eingefasst. Eine ganze Reihe davon befindet sich in der Steppe.

 
 
 
Bild 4 (links): Granitmassiv Sorpon südlich Bayan-Onjuul. - Bild 5 (rechts): Steingrab vor Granitmassiv Sorpon.
 
Von Amgaa und Minjin immer noch keine Spur. Aber Sersmaa kennt auch die Strecke, die heute zu fahren ist. In der nächsten Steppe hinter dem Gebirge werden wir den Jeep finden. Kurz vor 20:00 Uhr Stopp in Adaatsag. Wir halten uns nicht lange auf. Minjin hat einen Zeltplatz beim nächsten Granitmassiv im Sinne. Bis dorthin ist es noch eine Stunde zu fahren.

Es wird schon dunkel als der Zeltplatz erreicht wird. Jetzt muss es schnell gehen. Zuerst ist das große Küchenzelt aufzubauen. Danach die kleinen 2-Mann-Zelte. Lkhagvaa hilft und zeigt, wie alles zusammen gehört. Noch stimmt nicht jeder Handgriff, aber eine Stunde später sitzen wir alle zusammen beim Abendessen. Lkhagvaa erhält den Titel Zeltaufbau-Ingenieur. Und es soll noch ein lustiger Abend werden.

 
*) Das bekamen wir in Ulaanbaatar: 1540 Tugrig für 1 Euro.
 

 
© 2005 by Ralf Scheinpflug, Lohr VORHERGEHENDER TAG - NÄCHSTER TAG